Abstract aus dem Internet
"Seroprevalence of Babesia Infections in Humans Exposed to Ticks in Midwestern Germany

J Clin Microbiol 2002 Jul;40(7):2431-6

Seroprävalenz von Babesia Infektionen in Menschen mit Zeckenkontakt im mittleren Westdeutschland.

Hunfeld KP, Lambert A, Kampen H, Albert S, Epe C, Brade V, Tenter AM.

Institute of Medical Microbiology, University Hospital of Frankfurt, D-60596 Frankfurt/Main, Germany.
Institut für Medizin. Mikrobiologie, Universitätsklinik Frankfurt, D-60596 Frankfurt/Main.
Institut für Medizin. Parasitologie, Universität Bonn, D-53105 Bonn.
Institut für Parasitologie, Tierärztliche Hochschule, Hannover, D-.30559 Hannover.
K.Hunfeld@em.uni-frankfurt.de

Babesiose wird als eine von Zecken übertragene Krankheit gesehen, die weltweit in Menschen immer mehr feststellt wird. Aber die meisten Studien bezüglich der Epidemiologie von humaner Babesiosis wurden bisher in Nord-Amerika ausgeführt und es gibt wenig Daten über das Krankheitsvorkommen und ihre Häufigkeit in anderen Gebieten.

Das Ziel dieser Studie war die Untersuchung der Prävalenz von Babesia Infektionen in einer humanen Bevölkerungsgruppe in Deutschland. Dazu wurden zwischen Mai und Oktober 1999 total 467 Blutproben von Menschen im Rhein-Main-Gebiet gesammelt und mittels indirekter Fluoreszenzantikörpertest (IFT/Immunfluoreszenztest) getestet.

Diese Sera wurden entnommen von 84 Lyme-Borreliose-Patienten, die ein Erythema migrans zeigten, von 60 asymptomatischen Personen mit positiver Borreliose Serologie und von 81 Personen, die von einer Zecke gestochen waren.

"Cutoff" Werte um zwischen seronegativen und seropositiven IF-Testresultaten zu unter-scheiden, wurden bestimmt im Vergleich mit Sera von 120 gesunden Blutspendern und von 122 kranken Patienten, die andere Beschwerden hatten als die von Zeckenkrankheiten (Mala-ria, n=40; Toxoplasmose, n=22; Syphilis, n=20; Epst.Barr-Virus, n=20; und positive antinu-kleare Antikörper, n=20). Die allgemeine Spezifität der IF-Tests für Babesia microti und Ba-besia divergens wurde geschätzt auf >/=97,5%.

Positive IgG Reaktivität gegen Bab.microti-Antigene (Titer >/=1:64) oder Bab. divergens-Antigene (Titer >/=1:128) wurde bedeutend öfter (P<0.05) in der Gruppe mit Zeckenkontakt entdeckt  (26 von 225 Personen = 11,5%)  als in der Gruppe der gesunden Blutspendern (2 von 120 Personen=1,7%).
IgG Antikörpertiter von >/=1:256 gegen wenigstens eine der Babesia Antigene wurde bedeu-tend öfter gefunden (P<0.05) bei den Patienten mit Zeckenstich (9 von 225)   als in den Kon-trollgruppen (1 von 242).

In der humanen Bevölkerung, die hier untersucht wurde, betrug die Seroprävalenz für Babesia microti insgesamt 5.4% (25 von 467 Pers.) bzw. für Bab. divergens 3.6% (17 von 467).

Diese Resultate liefern Beweise für gleichzeitige Infektionen mit Borrelia burgdorferi und Babesienarten in Menschen mit Zeckenstichen im mittleren Westen Deutschlands.Sie lassen ebenso vermuten, dass Infektionen mit Babesienarten in der deutschen (hu-manen) Bevölkerung öfter vorkommen als vorher geglaubt und dass diese bei der Diffe-rentialdiagnose von febrilen (fieberhaften) Krankheiten, die nach Zeckenkontakt oder nach Bluttransfusionen auftreten, berücksichtigt werden sollten, insbesondere bei im-mungeschwächten Patienten.



Borreliose-Beratung Kaarst  - ohne Gewähr  -

Version: caw/Juli 2002
Adresse dieser Seite ist http://www.Lymenet.de/shgs/corryw/hunfeld.htm
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